Maskulin oder feminin? So erraten Sie das Genus im Französischen

Wenn es eine Sache gibt, die Französischlernende in den Wahnsinn treibt, dann ist es das grammatikalische Geschlecht. Warum ist le soleil (die Sonne) maskulin und la lune (der Mond) feminin? Eine logische Erklärung gibt es dafür selten.  Aber es gibt eine gute Nachricht: Das Französische folgt bestimmten Mustern, mit denen Sie das Genus eines Wortes öfter richtig erraten können, als Sie denken. Sie werden nicht immer richtigliegen, aber diese Tipps ersparen Ihnen viel Rätselei.

Warum das Genus im Französischen so wichtig ist

Im Deutschen kommt Genus zwar auch vor, im Französischen ist es jedoch allgegenwärtig. Jedes Substantiv ist entweder maskulin oder feminin, und diese Wahl wirkt sich auf die Artikel (le/la, un/une), die Adjektive und manchmal sogar auf die Verbformen in der Vergangenheit aus.

Ein falsches Genus macht Sie nicht unverständlich, klingt für Muttersprachler aber merkwürdig, ähnlich wie „eine Apfel“ im Deutschen seltsam klänge. Und da Artikel und Adjektive sich anpassen müssen, zieht ein kleiner Fehler oft den ganzen Satz mit sich.

Vertrauen Sie den Wortendungen

Der zuverlässigste Trick besteht darin, auf die Endung eines Wortes zu achten. Das Französische hat zahlreiche Suffixe, die auf das eine oder andere Genus hindeuten. Sie sind nicht unfehlbar, liegen aber meistens richtig.

Manche Endungen sind meist feminin: -tion, -sion, -té, -ette, -ence, -ance, -ie, -ure. Man denke an la nation, la liberté, la maquette, la culture.

Auf der maskulinen Seite finden sich oft -age, -ment, -eau, -isme, -eur (bei Nicht-Personen) und -ier. Zum Beispiel: le fromage, le gouvernement, le bureau, le tourisme.

  • Meist feminine Endungen: -tion, -té, -ence, -ette, -ure, -ie
  • Meist maskuline Endungen: -age, -ment, -eau, -isme, -ier

Achten Sie auf die klassischen Ausnahmen

Natürlich wäre das Französische nicht das Französische ohne Ausnahmen. Manche Wörter brechen die Regeln, und meist sind es gerade die Wörter, die man täglich benutzt – umso wichtiger, sie sich gezielt einzuprägen.

Ein paar berühmte Fallen: le musée und le lycée sind maskulin, obwohl sie auf -ée enden, einer normalerweise femininen Endung. La page, la plage, l’image und l’eau widersprechen den maskulinen Mustern auf -age und -eau.

Und le silence ist maskulin, obwohl es auf -ence endet. Die Lektion ist einfach: Nutzen Sie die Endungen als Orientierung, nicht als Gesetz. Wenn Sie eine Ausnahme entdecken, schenken Sie ihr besondere Aufmerksamkeit, damit sie hängen bleibt.

Kategorien, die logischen Regeln folgen

Über die Endungen hinaus verhalten sich bestimmte Wortgruppen vorhersehbar. Sprachen etwa sind immer maskulin: le français, l’anglais, l’espagnol. Das Gleiche gilt für Wochentage, Monate, Jahreszeiten, Metalle und als Substantive verwendete Farben: le lundi, le printemps, l’or, le bleu.

Auf der femininen Seite folgen die meisten akademischen Disziplinen mit der Endung -ie der Regel: la biologie, la géographie, la philosophie. Viele Länder, die auf -e enden, sind ebenfalls feminin (la France, l’Italie, l’Espagne), mit ein paar Ausnahmen wie le Mexique. Solche Wörter als Gruppe zu lernen, ist weitaus effizienter, als jedes einzeln anzugehen.

Menschen und Tiere: Bedeutung vor Regeln

Bezieht sich ein Substantiv auf eine Person, entspricht das grammatikalische Genus meist dem tatsächlichen Geschlecht. Un homme ist maskulin, une femme feminin, aus un acteur wird une actrice. Damit wird ein ganzer Wortschatzbereich deutlich intuitiver.

Bei Tieren wird es kniffliger. Manche haben unabhängig vom tatsächlichen Geschlecht des Tieres ein festes Genus: une souris (eine Maus) ist immer feminin, un serpent (eine Schlange) immer maskulin. Bei solchen Wörtern lernt man am besten einfach das Wort mit seinem Artikel und lässt es dabei bewenden. Das ist die sicherste Gewohnheit, die man sich aneignen kann.

Die beste Gewohnheit: den Artikel zusammen mit dem Nomen lernen

Hier kommt der Rat, den jede erfahrene Lehrkraft gibt, und er funktioniert: Lernen Sie ein Substantiv nie allein. Lernen Sie es immer zusammen mit seinem Artikel. Prägen Sie sich nicht „table“ ein, sondern „la table„. Lernen Sie nicht „livre“, sondern „le livre“ oder „un livre„.

So wird das Genus zu einem festen Bestandteil des Wortes selbst, und Sie müssen es nicht mehr jedes Mal beim Sprechen „berechnen“. Mit der Zeit entwickelt Ihr Gehirn ein Gespür dafür, und Sie werden anfangen zu fühlen, ob etwas maskulin oder feminin klingt, auch ohne den Grund zu kennen. An der Sprachschule ACCORD in Paris verankern unsere Lehrkräfte diesen Reflex bereits ab Ihrer ersten Französischstunde und verbinden Grammatiktipps mit viel Sprechpraxis, damit die Regeln zur zweiten Natur werden.

Mit genügend Übung und der richtigen Methode wird das Erraten des Genus vom lästigen Hindernis zur Selbstverständlichkeit.

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