Sie haben in Ihrer ersten Französischstunde „bonjour“ und „au revoir“ gelernt. Guter Anfang. Doch sobald Sie ein Pariser Café betreten oder mit einem Kollegen plaudern, werden Sie merken, dass die Franzosen je nach Tageszeit, Person und Stimmung zwischen ganz unterschiedlichen Begrüßungen wechseln. Zu wissen, wann man welche Formel benutzt, ist genauso wichtig wie die Wörter selbst zu kennen. Hier sind 10 Arten, auf Französisch Hallo zu sagen und sich zu verabschieden, damit Sie natürlich klingen und nicht wie aus dem Lehrbuch.

Bonjour – das Wort, das Sie nie auslassen sollten

Bonjour ist in fast jeder Situation die sichere Wahl. Sie sagen es zum Bäcker, zum Busfahrer, zu Ihrem Chef oder zu einem Fremden im Aufzug. In Frankreich wirkt es unhöflich, ein Geschäft zu betreten, ohne vorher „bonjour“ zu sagen, machen Sie es sich also zur Gewohnheit.

Wörtlich bedeutet es „guter Tag“ und funktioniert vom Morgen bis zum späten Nachmittag. Danach wechseln Sie zu bonsoir (guten Abend). Es gibt keine feste Regel für die genaue Uhrzeit, aber sobald die Sonne untergeht, übernimmt bonsoir. Wenn Sie diese beiden Wörter richtig einsetzen, fallen Sie schon deutlich weniger als Anfänger auf.

Salut – für Freunde und lockere Momente

Salut ist der freundliche, informelle Cousin von bonjour. Sie werden es ständig unter Freunden, Klassenkameraden und jungen Leuten hören. Das Praktische daran: Es funktioniert in beide Richtungen: salut bedeutet je nach Kontext sowohl Hallo als auch Tschüss.

Verwenden Sie es aber nicht bei jemandem, den Sie gerade erst in einem beruflichen Rahmen kennengelernt haben, oder bei einer älteren Person, die Sie nicht gut kennen. Bleiben Sie dort bei bonjour. Salut ist für Menschen gedacht, mit denen Sie vertraut sind, ähnlich wie man im Deutschen eher „hi“ als „guten Morgen“ sagen würde.

Coucou – die liebevolle Variante

Coucou ist sehr locker, fast verspielt. So begrüßt man enge Freunde, Familie oder den Partner, oft mit einem Lächeln. Man sieht es auch häufig in SMS und Nachrichten.

Würden Sie „coucou“ zu Ihrem Bankberater sagen, würde das seltsam, sogar komisch wirken. Heben Sie es sich für Menschen auf, die Sie wirklich mögen. Es trägt eine Wärme in sich, die salut nicht immer hat, und genau das Gespür für solche Unterschiede lässt Sie eher wie eine Einheimische oder ein Einheimischer klingen als wie eine Touristin, die aus dem Sprachführer vorliest.

Begrüßungen, die von Zeit und Person abhängen

Französische Begrüßungen ändern sich je nachdem, wer vor Ihnen steht und wie spät es ist. Hier ein kurzer Überblick:

  • Bonjour: universell, tagsüber, formell oder locker
  • Bonsoir: abends, in allen Situationen
  • Salut: informell, unter Freunden und Gleichaltrigen
  • Coucou: sehr informell, enger Freundeskreis
  • Allô: nur am Telefon, niemals persönlich

Der letzte Punkt bringt viele Lernende ins Straucheln. Allô wird ausschließlich beim Abheben des Telefons verwendet. Würde man es benutzen, um jemanden von Angesicht zu Angesicht zu begrüßen, würde das völlig unpassend klingen. Solche kleinen Details übersieht man leicht allein, deshalb macht das Üben mit Muttersprachlern einen so großen Unterschied.

Au revoir und seine alltäglichen Alternativen

Au revoir ist Ihr Standard-Abschiedsgruß, höflich und überall angemessen. Wörtlich bedeutet es „bis wir uns wiedersehen“. Wie bei bonjour können Sie damit eigentlich nichts falsch machen.

Doch die Franzosen bleiben selten nur dabei. À bientôt (bis bald), à plus tard (bis später, in der gesprochenen Sprache oft zu à plus verkürzt) und à demain (bis morgen) fügen jeweils eine kleine Präzisierung hinzu. Wenn Sie sich von einer Freundin verabschieden, die Sie am nächsten Tag wiedersehen, klingt à demain deutlich natürlicher als ein schlichtes au revoir.

Bonne journée und die Kunst der guten Wünsche

Hier ist etwas, das die Franzosen ständig tun und das Anfänger oft vergessen: Sie wünschen einen guten weiteren Tagesverlauf, wenn man sich verabschiedet. Bonne journée (einen schönen Tag noch) und bonne soirée (einen schönen Abend) folgen direkt auf den Abschiedsgruß.

Ein vollständiger, natürlicher Abgang klingt also so: „Au revoir, bonne journée!“ Ladenbesitzer sagen es zu Kunden, Nachbarn sagen es zueinander, und Sie sollten es auch tun. Es gibt außerdem bonne nuit (gute Nacht), aber Vorsicht: Das wird nur verwendet, wenn jemand tatsächlich schlafen geht, nicht einfach nur den Abend verlässt.

À tout à l’heure und die „à„-Familie

Das kleine Wort „à“ eröffnet eine ganze Reihe freundlicher Abschiedsformeln, die anzeigen, wann man sich wiedersieht. À tout à l’heure bedeutet „bis später heute“, während à tout de suite „bis gleich“ bedeutet, wenn man buchstäblich sofort wiederkommt.

Im Alltag hört man, wie Franzosen diese Ausdrücke zu à tout‘ oder à plus‘ verkürzen. Diese lockeren Varianten sind unter Freunden allgegenwärtig, und wer sie benutzt, zeigt, dass er über die Grundlagen hinausgewachsen ist. Der schnellste Weg, all das zu verinnerlichen, ist es, Zeit mit Menschen zu verbringen, die diese Ausdrücke täglich verwenden, und genau dafür ist das Französischlernen in Paris mit ACCORD gemacht.

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